Warum Trinkwasser möglichst WENIG Mineralien enthalten sollte?

Auf den Punkt gebracht: Weil wir es nicht aus dem Wasser brauchen. Selbst wenn zB ein sehr kalkhaltiges Wasser – so wie einige Menschen meinen und einige Ärzte & Wissenschaftler es so nicht sehen – nicht so schädlich wäre:

Kalkhaltiges Wasser hat definitiv ganz erhebliche Nachteile die ich im Menüpunkt „Kalk – seine extrem negative Seite“ genauer ausführe – haber im Folgenden die Ausführungen warum es unrichtig ist, dass wir dringend mineralhaltiges Wasser benötigen würden.

Es wird zwar oft behauptet, dass wir viele Mineralien in unserem Trink- und Mineralwasser finden und die wichtig für unseren täglichen Mineral- und Spurenstoff – Mindestbedarf sind – aber schauen Sie selbst:
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Als Grundlage hier die Empfehlungswerte der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE), dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) und anderer …

Typische Empfehlungen für Mineralstoffe pro Tag (Erwachsene)

Mineralstoff / SpurenelementEmpfohlene Zufuhr (Erwachsene)¹
Kalzium (Calcium)ca. 1000 mg / Tag Bundesinstitut für Risikobewertung+2CareElite+2
Magnesiumca. 300 mg (Frauen) bzw. 350 mg (Männer) / Tag BARMER+1
Kaliumca. 2000 mg / Tag (häufig genannter Richtwert für Mindestzufuhr) Ellviva+1
Phosphoretwa 700 mg / Tag (als grober Referenzwert) Bundesinstitut für Risikobewertung+1
Natrium / ChloridSpeziell Natrium: DGE weist auf die Begrenzung durch Salzempfehlung hin — exakte mg-Empfehlung variiert. Bundesinstitut für Risikobewertung+1

¹ Werte beziehen sich auf gesunde, erwachsene Personen mit durchschnittlicher körperlicher Belastung. Bei besonderem Bedarf (z. B. Schwangere, Sport, Krankheiten) können andere Empfehlungen gelten.

Hintergrund / Quelle

  • In der Übersichtsarbeit des Bundesinstituts (BfR) werden Referenzwerte für Mineralstoffe wie Calcium, Magnesium, Kalium etc. angegeben — z. B. 1000–1200 mg Calcium, 300–400 mg Magnesium pro Tag. Bundesinstitut für Risikobewertung
  • Für Magnesium gibt die DGE z. B. 300 mg (Frauen) bzw. 350 mg (Männer) an. BARMER+1
  • Weitere Mineralstoffe und Richtwerte werden in Übersichten des öffentlichen Gesundheitswesens bzw. Ernährungsfachstellen genannt. BZfE+1


Der tatsächliche Bedarf kann abhängig sein von Alter, Geschlecht, körperlicher Aktivität, Lebensstil, gesundheitlichem Zustand.

Jetzt die Frage: Wie viel Leitungswasser müsste man trinken, um den DGE-Tagesbedarf zu decken?
Da Mineralstoffgehalte sehr stark zwischen Regionen schwanken, nutze ich typische Durchschnittswerte für deutsches Leitungswasser (basierend auf Wasserversorger-Durchschnitt und DVGW-Angaben).

Deckungsgrad der DGE-Bedarfe durch Leitungswasser

Calcium (Ziel: 1000 mg/Tag)

  • Durchschnitt Leitungswasser: ca. 80 mg/L
  • Benötigt: ~12,5 Liter Wasser, um den Tagesbedarf zu decken

➡️ Realistisch deckbar durch Wasser?
Nein, trägt aber leicht bei.


Magnesium (Ziel: 300–350 mg/Tag)

  • Durchschnitt: 10–15 mg/L
  • Benötigt: 20–30 Liter Wasser

➡️ Realistisch deckbar?
Nein, Leitungswasser spielt nur eine Nebenrolle.


Kalium (Ziel: 4000 mg/Tag)

  • Leitungswasser: 1–5 mg/L
  • Benötigt: 800–4000 Liter Wasser

➡️ Realistisch deckbar?
Nein, Kalium kommt über Lebensmittel (Gemüse, Obst).


Natrium (Empfehlung <1500 mg/Tag)

  • Wasser: 10–50 mg/L
  • 2 Liter Wasser liefern: 20–100 mg

➡️ Deckungsbeitrag?
👉 kaum relevant
(Problem eher zu viel Natrium aus Salz, nicht zu wenig aus Wasser)


Phosphor (Ziel: 700 mg/Tag)

  • Wasser: <1 mg/L

➡️ Deckungsbeitrag: praktisch 0 %


Spurenelemente (Zink, Eisen, Selen, Jod, Chrom, Molybdän)

Diese liegen in Leitungswasser meist bei:
👉 weniger als 1 % des Tagesbedarfs

➡️ realistisch deckbar?
nein



Woher nehmen wir denn dann unseren täglichen Mindestbedarf der Mineralien und Spurenelemente?

Nachfolgend eine übersichtliche Tabelle, die zeigt, woher die notwendigen Mineralstoffe und Spurenelemente primär stammen, um den täglichen Mindestbedarf zu decken.
Die Angaben orientieren sich an DGE / EFSA-Empfehlungen und der ernährungswissenschaftlichen Praxis.

Deckung des täglichen Mineralstoff- und Spurenelementbedarfs


Mineralstoffe
Tagesbedarf Erwachsener (ca.)Hauptquelle Nr. 1Weitere relevante QuellenRolle von Trinkwasser
Calcium~1.000 mgMilchprodukteGrünes Gemüse, Nüsse, Samenergänzend, stark schwankend
Magnesium300–400 mgVollkornprodukteHülsenfrüchte, Nüssegering bis ergänzend
Kalium~4.000 mgObst & GemüseKartoffeln, Hülsenfrüchtevernachlässigbar
Natrium~1.500 mgLebensmittelBrot, Käseirrelevant
Phosphor~700 mgEiweißreiche KostFleisch, Fisch, Getreideirrelevant
Eisen10–15 mgFleischHülsenfrüchte, Vollkornkeine Rolle
Zink8–11 mgFleischNüsse, Getreidekeine Rolle
Kupfer~1 mgNüsse, SamenVollkorn, Hülsenfrüchtetheoretisch vorhanden, praktisch irrelevant
Selen60–70 µgFisch, EierParanüssekeine Rolle
Jod150–200 µgJodiertes SalzFisch, Milchproduktepraktisch keine Rolle
Fluorid3–4 mgZahnpflegeTee, Salzregional relevant, aber unzuverlässig
Mangan2–5 mgVollkornNüsse, Teekeine Rolle
Chrom30–100 µgVollkornFleischkeine Rolle

Zentrale fachliche Kernaussagen

1. Der Mensch deckt Mineralstoffe primär über Nahrung

  • 80–95 % der essenziellen Mineralstoffe und Spurenelemente stammen aus:
    • Lebensmitteln
    • nicht aus Wasser

2. Trinkwasser ist kein verlässlicher Nährstofflieferant

  • Mineralstoffgehalte im Trinkwasser sind:
    • regional stark unterschiedlich
    • nicht bedarfsgerecht
    • nicht steuerbar
  • Für Spurenelemente ist Trinkwasser ernährungsphysiologisch irrelevant

3. Mineralwasser ist kein zuverlässiger Ausgleich

  • Stark schwankende Zusammensetzung
  • Teilweise problematische Begleitstoffe (z. B. Natrium, Uran, Bor )
  • Keine Garantie für vollständige oder ausgewogene Versorgung

Es gibt sogar Stimmen, die sagen, zu viel Kalk aus dem Trinkwasser schadet. Dazu folgende Liste zum Herunterladen – mit Quellenangaben.

„Unsere Mineralstoffe holen wir uns aus Lebensmitteln – unser Wasser sollte vor allem sauber, stabil und hygienisch sein.“

hier einige Quellen mit Literaturhinweisen – warum Wasser sogar möglichst WENIG Mineralien enthalten sollte.


Dazu hier eine von vielen Ärzten-Stimmen “ Lebenselixier: Weshalb WASSER das beste Mittel gegen Giftstoffe ist“ von Dr. med. Ulrich Bauhofer